BMBF fördert neues Verbundvorhaben von Kiron Open Higher Education, der RWTH Aachen und der FH Lübeck

Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem seit September 2016 erfolgreich umgesetzten Verbundvorhaben INTEGRAL² werden die Projektpartner FH Lübeck, RWTH Aachen und Kiron Open Higher Education bis mindestens Ende 2018 dabei unterstützt, ihre gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zur Digitalisierung von Hochschulbildung weiter auszubauen.

Berlin, 13. Oktober 2017 – Geflüchtete durch Bildung zu integrieren ist für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine wichtige Aufgabe, die es seit 2015 mit einem Maßnahmenpaket zur Integration studierfähiger Geflüchteter in die Hochschulen angeht. Gleichzeitig engagiert sich das BMBF stark in der Unterstützung von Ansätzen zur Nutzung des innovativen Potentials der Digitalisierung. Um entsprechend auch bei der Integration gezielt digitale Mittel zu nutzen, fördert das BMBF seit September 2016 die Verbundpartner Kiron Open Higher Education, RWTH Aachen und Fachhochschule Lübeck. Das BMBF unterstützt damit talentierte junge Menschen und zugleich innovative, digital gestützte Angebote für den Einstieg in die Hochschulausbildung. Nun soll in dem Verbundprojekt „Integration und Teilhabe von Geflüchteten im Rahmen von digitalen Lehr- und Lernszenarien durch Personalisierung und Skalierung – INTEGRAL+” die erfolgreiche Zusammenarbeit der drei Partnerinstitutionen fortgesetzt werden. Hierfür stellt das Ministerium den drei Verbundpartnern ab Oktober 2017 knapp 3,5 Millionen Euro bis Dezember 2018 zur Verfügung.

Das Vorhaben baut auf den Erkenntnissen des Pilotprojekts INTEGRAL² auf und fokussiert auf eine Balance von Personalisierungs- und Skalierungseffekten in der digitalen Hochschulbildung für Geflüchtete. Die Kooperation wird vor allem auch unter dem Anspruch fortgesetzt, die Übertragbarkeit der gemeinsamen Ergebnisse in die Hochschullandschaft und auf weitere Zielgruppen der Hochschulpartner zu ermöglichen.

„Nur wer Bildung erfährt,” so Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, „hat auch die Chance, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Mit dem ersten INTEGRAL-Projekt haben wir den Geflüchteten, die studieren wollen, zunächst digital gestützte Beratung, sprachliche Vorbereitung und fachliche Unterstützung angeboten. Dieses Angebot wollen wir nun mit der weiteren Förderung ausbauen. Zugleich wollen wir prüfen, welches Potenzial solche digitalen Angebote generell für den Zugang zur Hochschulbildung haben – beispielsweise, ob das Modell in die Breite getragen werden kann und etwa für ausländische Studieninteressierte insgesamt eingesetzt werden könnte.”

Die RWTH Aachen wird für ein bundesweites Prüfungsnetzwerk neue Kooperationen zwischen Hochschulen aufbauen. Zunutze machen kann sich die Technische Hochschule hier ihre langjährigen Erfahrungen mit elektronischen Prüfungen für große Hörerzahlen. Die wissenschaftlich fundierte Konzeption eines sozialen Geschäftsmodells soll zusätzlich Grundlage für die Erweiterung der Nutzergruppen digitaler Lehre außerhalb der Hochschule sein. Die Fachhochschule Lübeck wird einerseits einen Schwerpunkt auf die Produktion neuer Kurse für die Studienvorbereitung legen und andererseits gemeinsam mit Kiron innovative Zertifizierungstechnologien erproben. Hier sollen insbesondere die Möglichkeiten von Open Badges und Blockchain-basierten Lösungen erforscht und im Partnerverbund erprobt werden. Kiron entwickelt seine Angebote in einem phasenspezifischen Ansatz weiter, um Studierende entsprechend ihrer Bedürfnisse noch besser bei der Erstorientierung auf der digitalen Bildungsplattform, einem erfolgreichen MOOC-basierten Online-Studium und insbesondere auch bei der Bewerbung und dem Transfer an Partnerhochschulen zu unterstützen.

„Die RWTH Aachen und die Fachhochschule Lübeck haben eindrucksvoll bewiesen, wie innovative Kooperationen einen unmittelbaren Mehrwert für Studierende haben können“, so Florian Rampelt, Verbundkoordinator von INTEGRAL+ und Director of Education bei Kiron. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Partnern und unseren Studierenden in die nächste Projektphase einzusteigen und so durch digitale Lösungen noch mehr erfolgreiche Bildungsbiographien ermöglichen zu können.“

Eine Projektbroschüre zu ersten Zwischenergebnissen aus INTEGRAL² ist unter diesem Link abrufbar.